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Rund 96.000 Jobs in Mainfranken hängen am Export

vom 11.05.2026 - 08:05 Uhr

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Würzburg/Mainfranken: Die wirtschaftliche Stabilität Mainfrankens entscheidet sich auf den Weltmärkten. Eine IHK-Analyse auf Basis einer neuen Prognos-Studie belegt: Außenwirtschaft ist kein abstraktes Thema für Großkonzerne, sondern das fundamentale Rückgrat für Wohlstand und stabile Finanzen in jeder einzelnen Kommune der Region. Rund 96.000 Erwerbstätige aus Mainfranken verdienen ihren Lebensunterhalt direkt oder indirekt dank des Exports.

Entscheidend ist dabei die „Exportrelevanz“. Diese misst den Anteil der gesamten direkt und indirekt exportierten Wertschöpfung an der regionalen Bruttowertschöpfung. Sie zeigt damit, wie stark eine Region tatsächlich vom Export abhängt, einschließlich aller vorgelagerten Dienstleistungen und sonstigen Vorleistungen. Mit 18,0 Prozent Exportrelevanz liegt Mainfranken exakt im bayerischen Durchschnitt – und Bayern wiederum auf Rang zwei im bundesweiten Vergleich, hinter Baden-Württemberg mit über 20 Prozent. Die Region weist zudem eine besonders krisenfeste, diverse Struktur auf. „Hinter jedem exportierten Produkt steht ein Netzwerk aus regionalen Dienstleistern, Handwerksbetrieben und Zulieferern“, erklärt Kurt Treumann, Bereichsleiter International der IHK Würzburg-Schweinfurt. So profitieren etwa Metallbauer und Softwareentwickler gleichermaßen vom internationalen Erfolg der mainfränkischen Industrie.

Finanzielle Handlungsfähigkeit der Kommunen

Die Studie macht die Bedeutung für die öffentliche Hand transparent: Rund 713 Millionen Euro an Gewerbe- und Einkommensteuer in Mainfranken sind direkt oder indirekt exportabhängig. Damit sichert die Außenwirtschaft maßgeblich den finanziellen Spielraum für die lokale Daseinsvorsorge – vom Schulbau bis zur Infrastruktur. Beim exportabhängigen Steueraufkommen je Landkreis belegt der IHK-Bezirk Mainfranken mit 178 Millionen Euro bayernweit Rang zwei hinter dem deutlich größeren IHK-Bezirk München und Oberbayern (287 Millionen Euro), jedoch vor dem IHK-Bezirk Nürnberg für Mittelfranken (142 Millionen Euro).

Treumann betont, dass jede Teilregion ihre eigenen wirtschaftlichen Stärken in die globale Wertschöpfungskette einbringt:

Die Stadt Würzburg sowie die Landkreise Bad Kissingen, Schweinfurt und Würzburg verfügen laut Studie über keine klare Exportprofilierung, weisen aber je nach Teilregion spezifische Stärken auf. Mit einer Exportrelevanz von je zehn Prozent liegen die Stadt Würzburg und der Landkreis Bad Kissingen innerhalb des IHK-Bezirks am unteren Ende der Skala. Während der Landkreis Würzburg insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau, der Natursteinverarbeitung, der Lebensmittelwirtschaft, Logistik und Textilbranche aktiv ist, zeichnet sich der Landkreis Schweinfurt durch einen breit aufgestellten Mittelstand mit zahlreichen spezialisierten Unternehmen aus. Würzburg profiliert sich vor allem als Wissens- und Forschungsstandort, Bad Kissingen durch die Gesundheitswirtschaft. Die Stadt Schweinfurt zählt mit einer Exportrelevanz von 35 Prozent und ihren Schwerpunkten unter anderem im Maschinenbau und im Automotive-Sektor zu den exportstärksten industriellen Zentren der Region – und zu den stärksten Standorten in ganz Bayern. Der Landkreis Main-Spessart weist mit einer Exportrelevanz von 25 Prozent sowie Branchen wie Maschinenbau und Elektrotechnik ebenfalls eine hohe Exportstärke auf. Die Landkreise Rhön-Grabfeld und Haßberge überzeugen als diversifizierte Industrieregionen mit überdurchschnittlicher Exportstärke. Der Landkreis Kitzingen gilt mit Automobilzulieferindustrie, Maschinenbau, Baustoffsektor und Logistik als exportstützende Dienstleistungsregion und liegt etwa auf bayerischem Durchschnittsniveau bei der Exportrelevanz.

Politische Forderungen zur Standortsicherung

Angesichts der engen wirtschaftlichen Verflechtungen fordert Treumann klare politische Weichenstellungen auf allen Ebenen. „Außenwirtschaftsförderung darf dabei nicht als Selbstzweck verstanden werden, sondern als zentrale Voraussetzung für Wohlstand und stabile kommunale Finanzen“, so der IHK-Außenwirtschaftsexperte. Um die Resilienz der bayerischen Wirtschaft zu stärken, spricht sich die IHK für verlässliche und langfristig gesicherte Förderinstrumente – etwa für Messebeteiligungen und Delegationsreisen – aus, um insbesondere mittelständischen Unternehmen planbare Marktzugänge zu ermöglichen. Gleichzeitig sollte die Förderung stärker in die gesamte Wertschöpfungskette einbezogen werden, einschließlich exportrelevanter Dienstleister und Zulieferer. „Ergänzend ist ein konsequenter Abbau bürokratischer Hürden, etwa im Zoll- und Lieferkettenbereich, notwendig, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu sichern.“

Um diese Stabilität zu unterstützen, bietet die IHK Würzburg-Schweinfurt ein breites Serviceangebot: von der Beratung zum Markteinstieg in neue Auslandsmärkte über Unterstützung in Zollfragen bis hin zu Vernetzungsformaten, die die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Dienstleistern in der Region fördern.

Symbolbild; Pixabay

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