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Kläranlagen-Umbau: Staatsminister Bernreiter besucht das Bauprojekt

vom 19.06.2026 - 10:06 Uhr

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Bad Kissingen: Wie aus einem Energiefresser ein Energieerzeuger wird, zeigt derzeit die Stadt Bad Kissingen mit dem Umbau ihrer Kläranlage. Beim Besuch der ersten abgeschlossenen Bauphase informierten sich jüngst Staatsminister Christian Bernreiter und Wolfgang Bücherl, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in München, über den Fortschritt des Projekts bei Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel.

Der Freistaat Bayern und die Europäische Union bezuschussen das herausragende Projekt mit insgesamt 5,6 Millionen Euro im Rahmen des EFRE-Programms 2021-2027, weitere 2 Mio. Euro Finanzhilfen stellen EU und Land für das kommende Jahr in Aussicht. Die komplett dekarbonisierte Kläranlage der Stadt Bad Kissingen soll Ende 2027 fertiggestellt sein.

Neue Photovoltaikanlage als erster sichtbarer Meilenstein

Die erste Bauphase ist bereits abgeschlossen. Ein sichtbarer Meilenstein ist die neue Photovoltaikanlage auf dem Gelände der Kläranlage: Wenn sie Ende 2026 ihren Dienst aufnimmt, erzeugt sie rund 1.600 Megawattstunden Strom pro Jahr. In den nächsten Monaten folgen der Bau von Wärmepumpe, Wärmetauscher sowie des Faulgasspeichers. Vervollständigt wird das Projekt durch einen leistungsstarken Batteriespeicher.

Derzeit verbraucht die Kläranlage jährlich rund 3.600 Megawattstunden Endenergie. Mit Fertigstellung der Baumaßnahmen spart die Anlage rund ein Drittel der benötigten Energie ein. Die verbleibenden 2.200 Megawattstunden werden fast vollständig selbst erzeugt – und zwar absolut CO₂-neutral. Der konsequente Einsatz von inzwischen bewährten Technologien der erneuerbaren Energien führt bei diesem Projekt zu enormen Einsparungen – sowohl bei den Kosten als auch beim CO₂-Ausstoß. Das Projekt ist also eine Mischung aus neuem Denken und verlässlicher Technik.

Deutliche Reduktion der Betriebskosten

Für die Stadt bedeutet das gleich mehrere Vorteile: Der Betrieb der Anlage wird jährlich zwischen 250.000 und 350.000 Euro günstiger, denn die Preisspirale der fossilen Energie spielt für die Kläranlage in Zukunft keine Rolle mehr. Das hält die Betriebskosten stabil. Darüber hinaus entlastet die Kläranlage das Stromnetz, denn sie erzeugt Energie dezentral. Eine weitere Besonderheit der Planung: Die bestehende Klärtechnik bleibt erhalten, sodass die Anlage Schritt für Schritt im laufenden Betrieb umgebaut werden kann.

„Bayern unterstützt zusammen mit der EU im EFRE-Programm die energetische Sanierung kommunaler Infrastrukturen durch Einsatz innovativer Technologien“, sagt Staatsminister Christian Bernreiter. „Wir wollen damit nachhaltige Stadtentwicklung fördern und gleichzeitig dazu beitragen, dass Projekte realisiert werden, die als Beispiele für möglichst viele andere Kommunen dienen können.“

Durchdachte Planung überzeugt Förderstellen

„Diese Zusammenarbeit beweist die Stärke Europas: Dass wir gemeinsam Herausforderungen angehen, die keine Gemeinde und kein Land allein bewältigen könnte“, sagt Wolfgang Bücherl, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in München.

Mit einer durchdachten Planung gelang es, das Auswahlgremium der Förderstelle zu überzeugen und die Gelder für die Stadt zu sichern. Das Projekt wurde aus insgesamt 178 Bewerbungen zur Förderung ausgewählt. Insgesamt werden 24 innovative Projekte im Rahmen des EFRE realisiert.

Bild: Informierten sich bei Oberbürgermeister Dr. Dirk Vogel (Zweiter von rechts) und Thomas Hornung (links), Leiter Tiefbau, über den Sanierungsfortschritt an der Kläranlage: Landrat Mario Götz (Zweiter von links), Staatsminister Christian Bernreiter (Mitte) und Wolfgang Bücherl, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in München (rechts).

Foto Ben Kiesel

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