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Kirschenschätze unserer Heimat

vom 22.06.2026 - 10:06 Uhr

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Haßfurt: Die Vielfalt der Kirschen stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung des Kreisverbandes für Gartenbau und Landespflege am Wochenende in Nassach. Über 60 interessierte Bürgerinnen und Bürger  fanden sich am Sportheim ein. Bürgermeister Thomas Wagenhäuser und Kreisfachberater Guntram Ulsamer begrüßten die Teilnehmer. Mit einer geführten Wanderung zu den Streuobstwiesen und Magerrasen startete die Veranstaltung. Die beiden Referenten Brigitte Goss, Kreisfachberaterin am Landratsamt Schweinfurt und Robert Lauer, Naturschutzfachkraft am Landratsamt Haßberge, verdeutlichten die einzigartige ökologische Wertigkeit der Flächen am Haßbergtrauf.

Die Dorfgemeinschaft versorgte die Teilnehmer mit Getränken und Kirschkuchenspezialitäten im Vereinsheim. Im  ersten Vortrag ging Brigitte Goss auf die geschichtliche Herkunft der Kirschen ein und spannte den Faden zur wissenschaftlichen Arbeit des Truchseß von Wetzhausen vor 200 Jahren. Er gilt als Begründer der modernen Kirschenpomologie und hatte mehr als 230 Kirschensorten auf der Bettenburg aufgepflanzt. Sie ging auf die schwierigen klimatischen Gegebenheiten vor 200 Jahren ein, da es nach dem Ausbruch des Vulkans Tambora in Indonesien 1815 zu einer kleinen Eiszeit in Mitteleuropa kam und die Wachstumserfolge und der Ertrag der Kirschen in diesen Jahren sehr bescheiden war. In dieser Zeit wurde auch das Werk „Systematische Classification und Beschreibung der Kirschensorten“ von Ihm geschrieben.

Robert Lauer erläuterte die Vorgehensweise bei der Sortenbestimmung der Kirschensorten in den Regionen Nassach, Altenstein und Königsberg in den Jahren 2020 bis 2025 durch Dr. Annette Braun-Lüllemann. Zuerst musste das Interesse der Kirschenexpertin für die Haßberge geweckt werden, damit Sie von 2020 bis 2025 für eine Kartierung in unsere Region kam. Robert Lauer übernahm die Vorkartierung der Kirschbäume, so dass für die Expertin der Zeitaufwand gering war. Das Ergebnis war beeindruckend: 86  Prozent der erfassten Sorten besitzen einen Gefährdungsstatus, was auf eine einzigartige Wertigkeit der alten Kirschbäume in unserer Region hinweist. 

In den Wintermonaten wurden durch Robert Lauer erste Reiser geschnitten und an die Baumschule Weiglein, Geesdorf, zur Weitervermehrung gegeben, die diese als hochstämmige Bäume nachzog. Im Jubiläumsjahr 2026 konnten über den Kreisverband Gartenbau die ersten alten Kirschbaumsorten als junge Bäume ausgegeben werden. Dies soll in den nächsten Jahren noch verstärkt werden. So wird diese einzigartige Vielfalt an Kirschsorten in unserer Region erhalten und für die Nachwelt bewahrt. Eine beachtliche Kirschsortenausstellung mit 60 Kirschsorten, zusammengetragen von Robert Lauer, verdeutlichte nochmals die große Vielfalt seltener Kirschensorten in unserer Region.

Bilder:

Exkursion Robert Lauer verdeutlicht die einzigartige ökologische Wertigkeit der Magerrasenfläche mit zahlreichen seltenen Pflanzen- und Insektenarten.

Vortrag und Ausstellung Das Interesse war so groß, dass der Versammlungsraum im Nassacher Sportheim die Teilnehmer fast nicht fassen konnte.

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