Grafenrheinfeld: Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld speist seit gestern Nachmittag wieder Strom ins Netz. Die Anlage wurde am 26. März 2011 zum 29. Brennelementwechsel und zur jährlichen Anlagenrevision abgeschaltet.
Während der Revision wurden 28 Brennelemente durch neue ersetzt. Neben den routinemäßigen Prüfungen standen Arbeiten wie die Druckprüfung des Primärkreises, Wirbelstromprüfungen an zwei Dampferzeugern und der Austausch von Armaturen und Stellantrieben auf dem Programm.
Der Anschlussstutzen der Volumenausgleichsleitung im Bereich des Thermoschutzrohrs wurde ebenfalls getauscht. Bei der Untersuchung des ausgetauschten Bauteils im Labor wurde ein Mikroanriss mit einer maximalen Tiefe von nur 0,35 Millimetern gemessen, das entspricht in etwa einer Dicke von vier menschlichen Haaren. Die Volumenausgleichsleitung hat in diesem Bereich eine Stärke von 38,5 Millimetern.
Die mit dem Vorgang befassten Experten haben attestiert, der Mikroanriss an dem betroffenen Rohrstück war und ist sicherheitstechnisch unbedenklich. Die Integrität des Primärkreises war jederzeit gegeben. Damit wurde die im letzten Jahr getroffene Einschätzung seitens E.ON Kernkraft bestätigt.
In Summe investierte E.ON Kernkraft im Rahmen dieser Revision circa 60 Millionen Euro. Dabei wurden Aufträge in Höhe von rund 8 Millionen Euro an Unternehmen in der Region vergeben.
Sämtliche sicherheitstechnisch relevante Revisionsarbeiten wurden durch die atom- rechtliche Aufsichtsbehörde, dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit und durch den TÜV SÜD Industrie Service überwacht. Die Überprüfung aller technischen Systeme auf ihre Funktionstüchtigkeit bestätigte den guten Zustand der Anlage.