Seit Generationen ist das Mellrichstädter Schwimmbad Treffpunkt für Einheimische und Urlaubsgäste. Schwimmunterricht, Schulschwimmen, Vereinstraining, Wassergymnastik, Familienausflug, Erholung und Freizeitsport – das Schwimmbad ist Attraktion für Jung und Alt. Doch auch die Grande Dame unter den Rhöner Schwimmbädern braucht mittelfristig eine Erfrischungskur, vielleicht sogar eine Schönheitsoperation, um im Wettbewerb um Badegäste weiter zu bestehen.
Ist-Analyse als Entscheidungsgrundlage
„Unser Schwimmbad ist nun über 40 Jahre alt. Das ist für ein Gebäude dieser Größe und permanenten Nutzung eine stolze Zahl“, erläutert Bürgermeister Eberhard Streit. Der Zahn der Zeit nage natürlich auch hier, eine Komplettsanierung sei mittelfristig unumgänglich, so das Stadtoberhaupt. „Wir kümmern uns um dieses Thema ernsthaft und intensiv, sehen aber aktuell noch viele Hürden, u.a. auch hinsichtlich der Finanzierung“, so Bürgermeister Streit weiter. Entscheidend für die Zukunft sei es aber, nicht nur Reparaturarbeiten wie bisher auszuführen, sondern systematisch eine langfristige Strategie für die Zukunft zu entwickeln. Bis zum Jahr 2013 werden deshalb zunächst Fachleute jeden Bereich des Gebäudes genau unter die Lupe nehmen, die Betriebswirtschaftlichkeit prüfen und so eine solide Entscheidungsgrundlage für potenzielle Betreiberkonzepte schaffen. „Schritt für Schritt kommen wir so unserem Ziel näher, die Zukunft des Mellrichstädter Schwimmbads zu klären“, betont Architekt und Projektleiter Dipl.-Ing. (FH) Dominik Wukowojac. Unter seiner Federführung sammeln die Experten aus den Bereichen Tragwerksplanung, Architektur, Bäder- und Elektrotechnik, Heizung und Lüftung sowie Betriebswirtschaft ihre Ergebnisse, die dann im Rahmen eines Betreiberkonzepts Ideen und Finanzierungsvorschläge zur nachhaltigen und gezielten Ausrichtung des Schwimmbades liefern sollen.
Untersuchungen hinter den Kulissen
Der Badebetrieb läuft währenddessen ungestört weiter. Die meisten Untersuchungen finden für den Badegast unsichtbar statt, denn das Schwimmbecken selbst zum Beispiel ist unterirdisch rundum begehbar. Einzig sichtbares Zeichen der laufenden Arbeiten ist eine Gerüstbühne direkt unter dem Dach des Hallenbades. „Für Badegäste keine Belästigung sondern spannende Unterhaltung“, schmunzelt M. Eng. Dipl.-Ing. (FH) Dieter Federlein, der das Mellrichstädter Schwimmbad seit über 20 Jahren ingenieurtechnisch betreut.
Klare Positionierung entscheidend
Wie die Lösung des Mellrichstädter Schwimmbades aussehen könnte, ist völlig offen. Der Bogen spannt sich von der Reduzierung über Spezialisierungen bis zur Erweiterung des Angebots. „Sich künftig zum Beispiel als Sportbad zu positionieren, reicht aber noch nicht“, macht Projektleiter Wukowojac klar. Viel genauer müssten Alleinstellungsmerkmale herausgearbeitet werden. „Aber auch Atmosphäre und Ambiente müssen attraktiver werden, um letztendlich noch mehr Badegäste zu gewinnen“, blickt der Architekt voraus.
Gute Voraussetzungen
„Wir legen alles daran, eine wirklich gute Entscheidung zu treffen“, unterstreicht Bürgermeister Eberhard Streit. Deshalb sieht er die umfassenden Untersuchungsarbeiten als unbedingt notwendig an, um überstürzten Aktionismus und kurzsichtige Fehlentscheidungen zu verhindern und Kostensicherheit zu garantieren. „Die Grundsubstanz ist gut. Und vor allem das Freibad ist weit und breit einzigartig. Das ist eine sehr gute Voraussetzung für eine erfolgreiche Sanierung des Bades“, ist Ingenieur Dieter Federlein optimistisch. Über die laufenden Ergebnisse der Untersuchungen werden künftig Informationstafeln im Eingangsbereich des Schwimmbads aufklären. „Schließlich gehört das Schwimmbad den Bürgern und deshalb ist es ihr gutes Recht, dass sie über die weiteren Schritte aufgeklärt werden“, so Federlein.








