Landkreis Haßberge: „Die Wässernach – ein kleiner Bach mit großen Wundern“ – unter diesem Motto hatten Bernd und Andrea Reinhard aus Haßfurt im Rahmen des dritten bayernweiten Heimat-Erlebnistages zu einer geologisch-botanisch und historischen Wanderung eingeladen. Rund 60 Naturfreunde aus nah und fern beteiligten sich mit großem Interesse an dem Aktionstag.
Nach dem Goethe-Zitat: „Nur wo du mit den Füßen warst, bist du wirklich gewesen“, startete die Führung entlang der Wässernach mit dem Ziel, die Heimat gemeinsam zu erforschen und zu erleben.
Das Landschaftsschutzgebiet, in dem keinerlei Veränderungen erlaubt sind, erstreckt sich von der Quelle bei Reichmannshausen bis fast zur Mündung in den Main – zehn Kilometer lang. Aus einer kleinen Sickerquelle, kaum sichtbar im Morast, entsteht durch verschiedene Zuflüsse ein kleiner Bach in einem groben Schotterbett. Eine Besonderheit, so erklärt Bernd Reinhard, sei das Verschwinden des Wassers in Trockenperioden, wo das Wasser unterirdisch weiterfließt – mal sichtbar und dann wieder verschwunden ist.
Die Quelle des Schwedenloches dagegen wird unterirdisch von einem Mineralwasserstrom, der von Bad Kissingen bis Knetzgau reicht, gespeist und der Quelltopf führt immer Wasser mit aufsteigenden Kohlensäureblasen. Verschiedene Sagen erzählen, dass hier lagernde schwedische Soldaten um zirka 1630 von Wülflinger Bauern in der Nacht überfallen und auf der Flucht hier ertrunken sein sollen – daher der Name. Vom Dachsweg mit Steilufer zum leeren Bach ging es bis zur Brücke und über herrlich blühende Wiesen mit „Waldbaden“ zurück. Das vielstimmige Vogelkonzert war eine wunderbare Begleitmusik. An den kleinen Seen hinter dem Sportplatz erklärte das Ehepaar Reinhard die Entstehung mit durch Notbombenabwürfe von Schweinfurt angreifenden Bombern, die auf dem Rückweg unter deutschem Beschuss ihre überzähligen Bomben abwarfen, um leichter zu sein. Die frohgelaunte und für die mit Geschichte und Geschichten bestens versorgte Wandergruppe erreichte nach fast drei Stunden dann wieder den Startpunkt. Die vielfältigen Vorbereitungen hatten sich für alle gelohnt und die Naturfreunde hoffen auf eine Wiederholung.
Bild: Rund um das Schwedenloch im Wässernachtal ranken sich verschiedene Sagen. Foto: Andrea Reinhard








