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Alles bleibt wie‘s ist?

vom 01.05.2013 - 19:05 Uhr

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Aus dem aktuellen SWmagaz.in: Nein, alles wandelt sich, auch die katholische Kirche. Als am 13. März 2013 Jorge Mario Bergoglio auf dem Balkon am Petersplatz erschienen ist und von 200.000 Menschen auf dem Platz als neuer Papst bejubelt wurde, hat sich gleichzeitig ein gewaltiger Umschwung in dieser größten Kirche innerhalb des Christentums angekündigt. Die Tragweite der Entscheidung für diesen ersten Ordensmann seit Gregor XVI. (1831–1846) im Amt, durch die Kardinäle gewählt, wird wohl als Beginn einer Zeitenwende in der Geschichte gewertet werden. Der Jesuit ist als Oberhaupt von fast 1,2 Milliarden Katholiken in die Via della Conciliazione 54, Vatikan, eingezogen. Er ist jetzt der mächtigste Mann der Welt. Seine Macht unterfüttern keine Soldaten, Raketen und Kriegsschiffe. Sieht man einmal von den drei Geschwadern der Pontificia Cohors Helvetica, der Schweizer Garde ab, ist der Vatikan wohl die friedlichste Staatenkonstruktion. Die Macht des Papstes ist rein geistig, sie ist die Macht des Wortes und seit ein paar Jahrzehnten auch die Macht der Bilder. Um die Bilder und Worte geht es auch in diesem Magazin und um die Änderungen. Rom und Sömmersdorf haben irgendwie miteinander zu tun, beide sind Zentren der Christengeschichte.

 

Das Jahr 1933, geprägt durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten und dem rasanten Aufstieg von Adolf Hitler, hatte für deutsche Katholiken eine ganz andere Bedeutung. Es war das Heilige Jahr in Erinnerung an das Leiden und Sterben Jesu vor damals genau 1.900 Jahren. Eben dieses Jahr war Anlass für die für die erste Aufführung der Fränkischen Passionsspiele in Sömmersdorfer. Am 21. Mai 1933 war die Premiere. Unter der Leitung von Volksschullehrer Guido Halbig hat sich damals das halbe Dorf an den Aufführungen beteiligt. In den ersten beiden Aufführungsjahren, 1933 und 1934, wurden in Sömmersdorf rund 14.000 Besucher gezählt. Den ursprünglichen Plan, die Spiele in jedem Jahr aufzuführen, hat die Reichstheaterkammer durchkreuzt, sie hat die Genehmigung dafür verweigert.

Gestern wie heute ist der Antrieb für diese Passionsspiele nicht die Volksbelustigung oder das Entertainment, wie wir heute sagen und schon gar nicht der Reibach. Eine tiefe Frömmigkeit und das Verständnis von den Ursprüngen des eigenen Glaubens ist Impuls für viele Mitspieler und für die im Umfeld der Spiele engagierten Helfer. In Sömmersdorf wird abseits von sonst manchmal üblichen Vereinsquerelen an dem sprichwörtlichen ‚einen Strick‘ gezogen. Alle sind mit Begeisterung und ganzem Herzen dabei. Das gilt für die ‚Stars‘ in den Hauptrollen ebenso wie für die Kinder, die im Volk mitspielen. Ganz besonders gilt es für die, die hinter und neben der Bühne zum Gelingen des Mammutprojektes beitragen. Nehmen wir die vielen Handwerksleistungen, die ehrenamtlich beim Umbau des Festspielgeländes erbracht worden sind. Die vielen Arbeitsstunden, umgerechnet in Euro, ergeben ganz sicher eine sehr hohe sechsstellige Summe. Oft sind es die Kleinigkeiten, die das Projekt Passionsspiele am Laufen halten. Am ersten Probenwochende, inmitten der sehr lebhaften Baustelle, habe ich mich mit Ruth Stark unterhalten. Sie erzählte über die Schwierigkeit einen bestimmten Samtstoff zu besorgen. Nur der Zufall, der sie anlässlich einer Reise nach Dresden geführt hat, hat sie den passenden Stoff in einem Laden finden lassen.

Auf dem Passionsspielgelände in Sömmersdorf wird derzeit jeder Stein umgedreht. Die Bühne, am ersten Probenwochenende immer noch eine Baustelle mit Vollbetrieb, hat an Breite und Tiefe gewonnen. Bei den Akteuren haben die beiden Regisseure, Marion Beyer und Hermann J. Vief, auch jeden ‚Stein‘ umgedreht. Bis auf wenige Ausnahmen wurden alle Rollen umbesetzt. Die Passionsspiele 2013 werden andere sein, Passionsspiele, die man so sicher noch nie zu sehen bekommen hat. Schon bei der ersten Bühnenprobe zeichneten sich Szenen ab, die die Handschrift der beiden Theaterpädagogen, erfahren in der professionellen Jugendarbeit, erahnen lassen. Man spürt, dass es Marion Beyer und Hermann J. Vief gelungen ist die Darsteller mit den gespielten Persönlichkeiten ihrer Rollen vertraut zu machen. Man spürt in den Gesprächen, dass alle ihre Rollen ausnahmslos verinnerlicht haben, alle wissen genau wie die jeweilige Figur ‚tickt‘.

Die Zuschauer dürfen gespannt sein und manch einer wird sich fragen, wo denn die drei Stunden Spielzeit geblieben sind. Noch gibt es Karten und garantiert lange Gesichter, wenn sie alle weg sind.

Ich freue mich jedenfalls auf die Vorstellung und bin richtig gespannt, wie diese älteste Geschichte des Glaubens von den Sömmerdorfern erzählt wird.

Jürgen Kohl

 

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