Rimpar (Lkrs. Würzburg). Die Bilder gingen kürzlich durch alle Medien. Sie zeigten, wie die riesige neue Sternbrücke im Hamburger Stadtteil Altona einen halben Kilometer weit im Zentimeterabstand zu den Hauswänden an ihren Bestimmungsort gefahren wurde. Am Startpunkt war die spektakuläre Konstruktion zuvor in wochenlanger Arbeit montiert worden. Dazu wurden insgesamt rund 3.700 Tonnen Stahl in Form von Brückenteilen termingerecht und sicher zur Baustelle transportiert. Mehr als die Vorgängerbrücke wird das auffällige und für den Schienenverkehr enorm wichtige Bauwerk das Hamburger Stadtbild prägen.
Die Organisation dieser bis ins kleinste Detail geplanten Mammutaufgabe lag in den Händen des auf solche Fälle spezialisierten Teams aus Mainfranken. „Ich finde, das Ergebnis ist beeindruckend. Die neue Sternbrücke wirkt nicht nur architektonisch sehr gelungen, sondern vermittelt auch genau das, was dieses Projekt auszeichnet: Ingenieurskunst im XXL-Format. Wenn man weiß, welcher logistische und technische Aufwand hinter jedem einzelnen Bauteil steckt, betrachtet man die fertige Brücke mit besonderem Respekt. Sie ist im wahrsten Sinne des Wortes ein meisterliches Schwergewicht“, blickt Geschäftsführer Oliver Arnold mit Ehrfurcht und Stolz auf das erfolgreich zu Ende gebrachte Projekt.
Die gesamte Transportlogistik sei außergewöhnlich anspruchsvoll gewesen, so Co-Geschäftsführer Volker Lenzing, der beim Einhub der Brücke vor Ort war. Schwertransporte dieser Größenordnung durch eine dicht bebaute Großstadt wie Hamburg erforderten eine monatelange Planung, höchste Präzision und die enge Zusammenarbeit aller beteiligten Behörden, Projektpartner und Einsatzkräfte. Dass sämtliche Transporte sicher, termingerecht und ohne nennenswerte Zwischenfälle durchgeführt werden konnten, zeige die hohe Professionalität aller Beteiligten.
Niedrigwasser erfordert Planungskraftakt
Aktuell betreuen die Spezialisten aus Rimpar ein weiteres außergewöhnliches Projekt. Die Aufgabe besteht darin, vier Schwertransporte mit jeweils mehr als 100 Tonnen Gewicht und einer Breite von knapp sechs Metern zu einer Großbaustelle nach Bulgarien zu bringen. Als Transportmittel organisierte man ein Spezialschiff, das die überbreite Ladung auf Tiefladern samt mehreren Autokränen und weiteren Baumaschinen gemütlich von Passau über die Donau bis zum Bestimmungsort schippern sollte.
Aufgrund des derzeitigen Niedrigwassers endete der Wasserweg kurz vor Budapest. Dann war schnelles Handeln gefragt. „Gemeinsam mit Behörden, Ingenieuren, Hydrologen und Spezialunternehmen organisieren wir derzeit eine außergewöhnliche Bergungs- und Logistiklösung. Hierzu werden unter anderem hydrologische Maßnahmen und Wasserbauarbeiten durchgeführt, um eine provisorische Ro/Ro-Rampe herzustellen“, berichtet Oliver Arnold von der ungeplanten Herausforderung.
Über die Rampe sollen die Fahrzeuge entladen und anschließend auf dem Landweg termingerecht zu ihrem Bestimmungsort transportiert werden. „Ein solches Zusammenspiel aus Schifffahrt, Wasserbau und Schwertransport erlebt man selbst in unserer Branche nur äußerst selten“, so Arnold.
Bild 1: 3700 Tonnen schwer, 108 Meter lang, 1088 Räder – der Spezialtransport der neuen Sternbrücke in Hamburg.
Copyright: Deutsche Bahn AG / Jonas Wresch

Bild 2: In Passau legte das Spezialschiff mit den vier Schwertransporten für Bulgarien ab. Bildnachweis: Walter Worm Photography








