Mora: Nach 2006, 2008 und 2009 hat die Infanterieschule auf Einladung der schwedischen Armee bereits zum vierten Mal am traditionellen Vasalauf teilgenommen.
Am Freitag, 26. Februar, erfolgte die Anreise der achtköpfigen Delegation in das mehr als 1.500 Kilometer entfernte Mora. Der Lauf selbst fand am Montag, 1. März, statt. Auf dem Artillerietruppenübungsplatz in Trangslett stellte die schwedische Armee die Unterkünfte für das deutsche Team zur Verfügung.
Das sportlich starke Team setzte sich aus Hauptmann Michael Greb als Delegationsleiter sowie Stabsfeldwebel Edgar Heinickel (Stab Infanterieschule), Stabsfeldwebel Wolfgang Wilm (VN-Ausbildungszentrum), Hauptfeldwebel Peter Zinger (Bereich Lehre und Ausbildung), Hauptfeldwebel Mark Mittelsdorf (Bereich Unterstützung) und dem Schweden erprobten Zivilkraftfahrer Rainer Härdle zusammen. Unterstützung fand die Schule in Regionalsportlehrer Wehrbereichskommando IV Henri Neugebauer und Hauptfeldwebel Lars Becher, Heeresbergführer von der Gebirgs- und Winterkampfschule Mittenwald.
Widrige Witterungsverhältnisse
Bevor es am Montag auf die 90 Kilometer lange klassische Langlaufstrecke von Sälen nach Mora ging, nutzten die Sportler die Trainingszeit, um sich auf die extrem widrigen Witterungsverhältnisse einzustellen. Bei 20 Zentimeter Neuschnee, -10 Grad Celsius und starkem Wind war es nicht einfach, die richtige Wachsmischung für die Ski zu finden. In den Abendstunden vertieften die Teilnehmer internationale Beziehungen und sprachen über weitere attraktive militärische Austauschprogramme.
Auch wenn der Vasalauf erst um sieben Uhr begann, mussten die Athleten bereits um drei Uhr ihre persönlichen Vorbereitungen treffen. Allein der Anmarsch zum Wettkampfstart betrug 70 Kilometer durch das tief verschneite Mittelschweden. Pünktlich um sieben Uhr knallte der Startschuss für mehrere tausend hart gesottene Skiläufer, darunter auch rund 400 Militärsportler. Bei hohen Minustemperaturen mussten die ersten drei Kilometer steil bergauf zurückgelegt werden. Damit war der höchste Punkt der gesamten Strecke erklommen. Großes Schwitzen durfte man sich nicht erlauben, denn bei frostigem Gegenwind von 54 Kilometer pro Stunde hätte man sich leicht eine Erkältung einfangen können.
Kein Tag für neue Bestzeiten
Alle Sportler merkten sehr schnell, dass dies kein Tag für neue Bestzeiten werden würde. Der aggressive Schnee ließ keine langen Gleitphasen zu und zwang die Skiläufer, die Wachsstationen aufzusuchen. Mit energischem Diagonalschritt und kräftigem Doppelstockschub kämpften sich die Sportler Kilometer für Kilometer vor und waren froh, wenn sie an den Betreuungspunkten ihre Verpflegung gereicht bekamen.
Wieder einmal entschied der starke Wille aller Teilnehmer den Wettkampf. Henri Neugebauer und Lars Becher kamen gemeinsam nach 6:53 Stunden als etwa 240te von 5.300 Sportlern ins Ziel. Ihnen folgte Peter Zinger mit 20 Minuten Rückstand. Weiterhin konnten sich Mark Mittelsdorf und Wolfgang Wilm im vorderen Drittel platzieren. Mit einer Zeit von knapp über zehn Stunden ließ Edgar Heinickel über 2.000 weitere, trainierte Sportler hinter sich. Vor zwei Jahren hatte er auf dieser Strecke eine Zeit von 8:07 Stunden bei besseren Verhältnissen erreicht. Es ist jedoch kein Vergleich von Jahr zu Jahr möglich, denn selbst die regionale schwedische Presse berichtete von äußerst schlechten Bedingungen und längeren Laufzeiten.
Für eine ausführliche Regeneration vor Ort war keine Zeit, denn bereits am Dienstag ging es um vier Uhr früh bei Temperaturen von minus 20 Grad Celsius wieder zurück in Richtung Hammelburg.
Bericht: Michael Greb
Bilder: Edgar Heinickel










