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70 Jahre Rotkreuzarbeit und ein Ehrenkreisbereitschaftsleiter

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Schweinfurt: Im Rahmen einer Feierstunde konnten heute die Bereitschaften des Bayerischen Roten Kreuzes Schweinfurt gleich zwei außergewöhnliche Helfer auszeichnen.

Erhard Halbig aus Schonungen wurde für 70 Jahre Rotkreuzmitgliedschaft geehrt und Friedel Tellert aus Schweinfurt zum Ehrenkreisbereitschaftsleiter berufen.

Der 92jährige Erhard Halbig hat den Großteil seines Lebens in den Dienst des Roten Kreuzes gestellt. Er trat zum 1. Oktober 1939 ins rote Kreuz ein. Nach dem Durchlaufen der Ausbildungen zur Ersten Hilfe und im Sanitätswesen wurde er als Sanitätssoldat eingezogen und verbrachte die Kriegsjahre in einem Lazarett in Regensburg. Nach dem Krieg widmete er sich viele Jahrzehnte den Sanitätsdiensten am Sportplatz, bei der Kirchweih und anderen Veranstaltungen seiner Heimatgemeinde. Großes Engagement zeigte er auch bei den Blutspendeterminen in der Großgemeinde Schonungen, die regelmäßig von den örtlichen Rotkreuzlern unterstützt werden. Trotz einer starken Sehbehinderung half Halbig auch bei der Haus- und Straßensammlung über lange Jahre hinweg, die Arbeit des Roten Kreuzes zu sichern. Und wo immer für die Rotkreuzarbeit Blumenschmuck erforderlich war, sprang der gelernte Gärtner Halbig ein. „Trotz seines hohen Alters verfolgt er noch heute das rege Treiben in seiner Heimatbereitschaft Schonungen, wenngleich ihm aktive Unterstützung nicht mehr möglich ist.“, so der amtierende Vorsitzende des BRK Landrat Harald Leitherer.

„70 Jahre Rotkreuzarbeit auszeichnen zu dürfen, ist ein seltenes Privileg.“, stellte Kreisbereitschaftsleiter Thomas Wehner fest und blickte gleich auf das Jahr 2015: „Da möchten wir Sie dann für 75 Jahre auszeichnen.“

Eine besondere Auszeichnung wurde Friedel Tellert mit der Berufung zum Ehrenkreisbereitschaftsleiter zu Teil.

Tellert trat dem Roten Kreuz Schweinfurt am 10. November 1967 bei. Mit diesem Tag begann für ihn ein langer und erfolgreicher Weg in der aktiven Rotkreuzarbeit, bei der er immer von seiner Ehefrau Rosmarie unterstützt wurde.

Nach den im Sanitätsdienst üblichen Helferausbildungen arbeitete sich Tellert bis zur Berufsbezeichnung des Rettungsassistenten hoch. Aber nicht nur der Rettungsdienst, sondern insbesondere auch der Katastrophenschutz liegen Tellert am Herzen. Auch hier durchlief er sämtliche Führungsausbildungen bis hin zur Ausbildung zum Organisatorischen Leiter, der zusammen mit dem Leitenden Notarzt die höchste Hierarchiestufe der örtlichen Katastrophenschutzführung des Sanitäts- und Rettungswesens darstellt.

„Friedel ist für mich ein Rotkreuzgoogle auf zwei Beinen. Oder mit anderen Worten: Friedel Tellert ist für uns noch immer ein wichtige wandelnde Informationsstelle in allen Fragen der Rotkreuzarbeit.“, umschreibt Kreisbereitschaftsleiter Thomas Wehner den unschätzbaren Stellenwert Tellerts.

Wehner wies in seiner Laudatio auch auf einige Höhepunkte in Tellerts Rotkreuzleben hin: 1972 war Tellert zunächst als Sanitäter, später dann unverhofft als Leiter des Drittgrößen Einsatzabschnittes bei den Olympischen Sommerspielen in München eingesetzt. 1988 wirkte er maßgebend an der Organisation des Sanitätsdienstes zu „Monsters of Rock“ im Schweinfurter Hafen mit, einem Hardrock- und Heavy Metal Festival mit rund 45.000 Besuchern. 2002 führte er die Einheiten der Bereitschaften Schweinfurt beim Hochwassereinsatz in Dresden. 2006 schließlich unterstützte er den Sanitätsdienst bei der Fußball-Weltmeisterschaft in München und Nürnberg und 2008 bei der Fußball-Europameisterschaft in Österreich. Nicht zu vergessen ist sein Engagement für den Rotkreuzflohmarkt, den er auch heuer wieder am 8. Mai federführend in sein siebtes Jahr führen wird.

Im Jahr 1989 wurde Tellert schließlich von den Bereitschaftsmitgliedern zum Kreisbereitschaftsleiter gewählt. Dieses Amt behielt er bis 2009 und war damit wohl einer der Dienstältesten Kreisbereitschaftsleiter in Bayern. Sein Amt als Kreisbereitschaftsleiter stellte er 2009 aus Altersgründen zur Verfügung.

Mit dem außergewöhnlichen Engagement für die weltweit gelebte Idee Henry Dunants verkörpert die Familie Tellert als Ganzes und Friedel Tellert im Speziellen das Rote Kreuz in Schweinfurt. „Es ist schön zu wissen, dass es einen Friedel und eine Rosmarie im Hintergrund gibt, mit all ihrer Erfahrung und Detailwissen.“, schloss Wehner seine Laudatio.

Bild: Die Gehrten und die Ehrenden. v.l.n.r: Der amtierende Vorsitzender Landrat Harald Leitherer, Ehrenkreisbereitschaftsleiter Friedel Tellert, Erhard Halbig, Kreisbereitschaftsleiter Thomas Wehner (Foto: BRK)

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online gestellt am 17.3.2010 um 9:36, von Florian Kohl in der Kategorie Alle Meldungen

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